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Berichte vom 20.08. - 26.08.2011

 

Hilfe für Ostafrika 20.08.2011

Voller Erwartung ist das Team heute in aller Früh von der Übergangsunterkunft in Wajir nach Lagbogol aufgebrochen. Der LKW mit den Hilfsgütern und der Ausrüstung wird jede Minute dort erwartet. Leider warteten die Navis-Helfer am vereinbarten Treffpunkt bis zum frühen Abend vergeblich. Nach diversen Telefonaten mit Kontaktleuten und Speditionsmitarbeitern stellte sich heraus, dass der LKW mit einer Reifenpanne liegengeblieben ist und sich seine Ankunft um Stunden verzögern wird. Die Wartezeit wurde dennoch genutzt und der ausgewählte Platz weiter für den Campaufbau vorbereitet. Verfolgt wurden die Arbeiten von unzähligen neugierigen Dorfbewohnern. Damit die 60km Sandpiste nach Wajir nicht in der Dunkelheit zurückgelegt werden muss, beschloss das Team, vor Einbruch der Dämmerung nach Wajir zurückzukehren.

 

Hilfe für Ostafrika 21.08.2011

Heute, am 21.08.2011 um ca. 13:00 Uhr Ortszeit, ist endlich die ersehnte Fracht und damit die Navis-Hilfslieferung in Lagbogol angekommen! Das Team hat sofort mit dem Aufbau des Camps, bestehend aus Wasseraufbereitungsanlagen, Unterkunft und Lazarett, begonnen.

Dieser Meldung vorausgegangen war wieder ein langes Warten. Seit Sonnenaufgang ersehnte das Navis-Team in Wajir den erlösenden Anruf vom Kontaktmann in Lagbogol, dass der LKW mit der Hilfslieferung eingetroffen ist. Am Mittag war es endlich soweit, der Anruf kam. Sofort brachen die Navis-Helfer nach Lagbogol auf.

Ein Mitglied des Teams hat die Geschehnisse wie folgt beschrieben: " 14:00h: Nach einem Anruf von Hassan, die erlösende Nachricht, der LKW steht mit der Fracht in Lagbogol. Wir glaubten es kaum, aber als wir ankamen, war er tatsächlich da und wir begannen sofort mit dem Entladen. Endlich konnten wir in die Tat umsetzen, was wir 6 lange Tage planen und „träumen“ mussten. Um 18:00h konnten wir die ersten Liter sauberes Wasser liefern und es war ein sehr bewegender und emotionaler Moment, die dankbaren und strahlenden Gesichter zu sehen. Es ist nun 22:00h und immer noch sammeln sich ca. 200 Menschen vor unserem Camp und tanzen. Der Bürgermeister berichtete uns, dass ganz Lagbogol auf den Beinen ist und Gott dankt, dass wir hier sind."

 

Hilfe für Ostafrika 22.08.2011

Wir heißen nun auch den letzten Heimkehrer des Erkundungsteams daheim herzlich willkommen. Robert Weber ist heute gesund aus Kenia zurückgekehrt. Zuletzt hatte er von Nairobi aus den Transport der Fracht nach Lagbogol und die Unterkunft sowie den Transport des zweiten Navis-Teams organisiert.

In Kenia stand der heutige Tag ganz im Zeichen des Campaufbaus. Die komplette Infrastruktur wurde für den dauerhaften Betrieb installiert, das Lazarett wurde aufgebaut und eine komplette Inventur der medizinischen Güter wurde gemacht. Auch Reparaturen der Ausrüstung standen, mussten schon durchgeführt werden - ein Stromaggregat hat den rauhen Transport nicht unbeschadet überstanden. Der medizinsche Teil des Einsatzteams hatte am Nachmittag bereits etwa 40 Patienten zu versorgen.

 

Hilfe für Ostafrika 23.08.2011

Heute Abend wurde das zweite vollständige Navis-Team auf die Reise nach Kenia geschickt. Mit Teamleiter Christian Pickal reisen Stephanie Wetzel, Stefanie Dillig, Dr. Peter Roth, Dr. Mathias Roth, Dr. Martin Siebeck, Franz Gnan, Tobias Reuther, Jürgen Borrmann, Wolfgang Strobach und Felix Schranner über Dubai nach Nairobi. Von dort geht es schließlich für sie, wie auch schon für die Teams vor ihnen, mittels Geländewagen Richtung Osten nach Garissa. Nach einer Übernachtung geht es weiter über ca. 370km Sandpiste nach Lagbogol.

In Lagbogol hatte das Einsatzteam den bisher stressigsten Tag in Kenia zu bewältigen. Während die Techniker mit defekten Stromerzeugern zu kämpfen hatten, musste sich das Sanitätsteam um über 250 Patienten kümmern, die heute vorstellig geworden sind. Aufgrund der großen Anzahl an Patienten wurde ein zweites Zelt aufgebaut, in dem entkräfteten Flüchtlingen hauptsächlich Infusionen verabreicht werden. Die häufigsten Krankheitsbilder sind offene Wunden, Dehydratation, Durchfall u.ä. Außerdem wurden weitere kleine Verbesserungsarbeiten am Camp durchgeführt. Die Bevölkerung zeigt sich sehr dankbar über die Hilfe, die ihnen durch Navis zuteil wird. Schon längst hat sich der gute Ruf des Navis-Camps, dass dort gute medizinische Arbeit geleistet und sauberes Trinkwasser produziert wird, über die Grenzen von Lagbogol hinaus verbreitet.

 

Hilfe für Ostafrika 24.08.2011

Gegen Ende ihrer Zeit in Kenia haben die Helfer vom ersten Navis-Team alle Hände voll zu tun. An den Trinkwasserausgabestellen bilden sich täglich lange Schlangen von wartenden Menschen, die ihre mitgebrachten Wasserbehälter auffüllen möchten. Um diesen Bedarf sättigen zu können, müssen die Wasseraufbereitungsanlagen rund um die Uhr auf Hochtouren laufen. Dadurch ergibt sich für die Techniker des Teams ein hoher Wartungsaufwand an den Anlagen und den Stromerzeugern. Dazu kommen weiterhin Optimierungs- und Instandhaltungsmaßnahmen im Camp. Auch das medizinische Personal kann sich nicht über Arbeitsmangel beklagen. Heute galt es über 350 Patienten zu behandeln, u.a. musste ein schwieriger chirurgischer Eingriff durchgeführt werden. Einige Patienten werden zur Überwachung über Nacht im Lazarett behalten. Einen besonders traurigen und schweren Fall von Unterernährung gab es heute auch. Eine Mutter brachte ihr etwa sieben Monate altes Kind, das gerade vier Kilogramm wiegt, in unser Camp. Alle Navis-Helfer hoffen, dass das Kind mithilfe der mitgebrachten Babynahrung eine gute Überlebenschance hat.

Kurz vor seiner Abfahrt reflektiert das Helfer-Team die letzten beiden Wochen folgendermaßen: “Dies war nun unser letzter kompletter Tag im Einsatzgebiet. Wir werden dieses Land mit einem weinenden und auch einem lachenden Auge verlassen. Die Verhältnisse hier sind wirklich schlimm aber wir sind froh, dass wir noch helfen konnten und und die Menschen hier in Lagbogol auch dankbar für unsere Hilfe sind. Und wir freuen uns wenn wir nach zwei anstrengenden Wochen wieder zu Hause bei unseren Familien ankommen. Jeden von uns wird der Einsatz in Kenia verändert haben.“

 

Hilfe für Ostafrika 25.08.2011

Die einzige Konstante, die das erste Team bei seinem Einsatz in Kenia begleitet, scheint eine Pechsträhne zu sein. Kurz vor der geplanten Abreise per Flugzeug nach Nairobi, konnte nicht mehr garantiert werden, dass der Flug auch rechtzeitig und mit genug Sitzplatzkapazität durchgeführt wird. Um den Anschlussflug über Dubai nach München nicht zu verpassen, entschloss man sich kurzerhand mit den Autos nach Nairobi zu fahren. Direkt nach dem Eintreffen des zweiten Teams in Lagbogol, wurde dieses eingewiesen und das Camp übergeben. Zusammen wurden noch anstehende Reparaturarbeiten durchgeführt und sich schließlich verabschiedet. Heute wurden etwa 150 neue Patienten im Feldlazarett behandelt.

Selbst die letzten Stunden des ersten Teams in Kenia verlaufen nicht reibungslos. Auf der Fahrt von Lagbogol nach Garissa fiel einer der Geländewagen aus. Daraufhin musste die Hälfte des Teams mit einem Bus die Fahrt fortsetzen. Damit das Team komplett und rechtzeitig von Garissa nach Nairobi kommt, wurde ein weiterer Fahrer mit Fahrzeug nach Garissa geschickt. Wir wünschen dem Team, dass die Rückreise ab jetzt reibungslos verläuft und alle Mitglieder gesund zuhause ankommen.

 

Hilfe für Ostafrika 26.08.2011

Das zweite Team hat die erste Nacht und den ersten kompletten Tag im Camp verbracht. Durch die gute Einweisung und Übergabe durch das Vorgängerteam, gab es keine unliebsamen Überraschungen. Für die Mediziner galt es auch Heute wieder, viele Patienten, die diverse Atemwegs- und Hauterkrankungen aufweisen und unter den Folgen von Unterernährung und Dehydratation leiden, zu behandeln. Zwei Patienten mit Verdacht auf Tuberkulose wurden auch vorstellig. Außerdem berichtete eine britisch-kenianische Hilfsorganisation von einem Masernausbruch unweit des Navis-Camps. Die beiden Wasseraufbereitungsanlagen produzierten heute im Laufe des Tages über 18.000 Liter sauberes Trinkwasser.

Das erste Team hat es unterdessen fast nach Hause geschafft. Alle Teammitglieder sind rechtzeitig in Nairobi eingetroffen und konnten wie geplant Richtung München abfliegen. Sie werden morgen Mittag am Flughafen München zurück erwartet.