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Berichte vom 13.08. - 19.08.2011

 

Hilfe für Ostafrika 13.08.2011

Der Heutige Tag stand voll im Zeichen der Vorbereitungen für die lange Autofahrt nach Garissa, bzw. Lagbogol. Es wurden Lebensmittel und Wasser für das gesamte Team, nebst Fahrer und Dolmetscher, für zwei Tage Autofahrt durch die Wüste, organisiert. Außerdem gab es durch die Mitglieder des Erkundungsteams eine fundierte Einweisung in die Besonderheiten des Einsatzortes. Am Abend wurden die beiden nachgereisten Teammitglieder willkommen geheißen. Alle fiebern jetzt der morgigen Abfahrt entgegen, um endlich in den Dürregebieten helfen zu können.

Der Arzt Dr. "Toni" Freilinger ist währenddessen weiterhin in der Region um Wajir am Erkunden, welche ärztliche Hilfe von den teilweise ausgehungerten Bewohnern und Flüchtlingen benötigt wird. Selbst diese Fahrten nutzt "Dr. Anton", wie er teilweise in Kenia genannt wird, um hilfesuchende Patienten zu behandeln. So konnte er zum Beispiel mit Mitteln aus der für den Eigenschutz des Teams bestimmten Notfallausrüstung eine Fraktur behandeln.

 

Hilfe für Ostafrika 14.08.2011

Das komplette erste Einsatzteam ist am frühen Morgen nach Garissa aufgebrochen und am Abend dort gut angekommen. Aufgrund der schlechten Straßenverhältnisse wird für die ca. 370km lange Strecke ein ganzer Tag benötigt. Die Navis-Helfer berichten von unzähligen abgemagerten oder sogar toten Tieren am Straßenrand. Außerdem sind schon dort, in einem Gebiet mit grüner Vegetation, immer mehr Menschen zu sehen, die mit Wasserkanistern zu einer der wenigen verbliebenen Wasserstellen gehen. Nach einer Übernachtung in Garissa werden am Montag die restlichen 300km nach Lagbogol - nur über Sandpisten - zurückgelegt. Dort gibt es dann endlich ein Wiedersehen mit Dr. Freilinger.

Das erste Teammitglied des Erkundungsteams, Walter Unger, ist Heute gesund aus Kenia wieder heimgekommen. Wir sagen "Herzlichen Dank" für seinen mutigen Einsatz!

 

Hilfe für Ostafrika 15.08.2011

Nach einer mehrstündigen Autofahrt ist das Team Heute in Wajir, bzw. Lagbogol angekommen. Die Fahrt war sehr anstrengend, da es ausschließlich über Sandpisten ging. Außerdem machen Temperaturen um die 40°C den Navis-Helfern zu schaffen. Ein Teammitglied verglich den heutigen Tag mit einer Etappe der "Rallye Paris-Dakar" in einem "normalen" Auto. In Lagbogol gab es ein Wiedersehen mit Dr. Anton Freilinger, der das Team schon sehnsüchtig erwartete. Auch wurden die Brunnenanlagen und Wassertanks, die teilweise verwendet werden sollen, begutachtet. Bis das Camp in Lagbogol aufgebaut ist, werden die Navis-Helfer in Wajir übernachten.

 

Hilfe für Ostafrika 17.08.2011

Die Navis-Helfer vor Ort in Kenia, die zahlreichen Helfer für diesen humanitären Hilfseinsatz hier in Deutschland sowie viele andere Menschen, die besorgt nach Ostafrika schauen, verstehen die Welt nicht mehr. Seit dem Wochenende steht auf dem internationalen Flughafen von Nairobi die mehrere Tonnen schwere Fracht von Navis e.V. und darf nicht eingeführt werden. In dieser Fracht befinden sich nicht nur technische Ausrüstung, um das leistungsfähige Feldlazarett aufzubauen und die Wasseraufbereitungsanlagen, sondern auch eine Tonne Babynahrung sowie über eine Tonne dringend benötigter Medikamente. Die Zollbehörden finden jeden Tag einen neuen Grund, weshalb die Hilfslieferung nicht ins Land gelassen werden darf. Sowohl in Kenia als auch in Deutschland wird mit Hochdruck an einer Lösung des Problems gearbeitet. Wie aus der Presse heute auch zu entnehmen ist, hatte eine Deutsche Delegation um den Bundesminister für wirtschaftliche Zusammmenarbeit und Entwicklung ein ähnliches Problem, eine kleine Hilfslieferung nach Kenia zu importieren, die im Rahmen eines Besuchs mitgeführt wurde.

Die Berichte, die uns von den Teammitgliedern in der Zwischenzeit erreichen, sind erschütternd. Hochmotivierte Ärzte, Ingenieure, Techniker und Sanitäter müssen zusehen, wie das Leid in der Gegend um Wajir immer größer wird. Sie können nicht viel mehr machen, als zu warten und jeden Tag zu hoffen, dass die Hilfslieferung endlich den Weg durch den Zoll findet. Bis dahin sind Teile des Teams weiter unterwegs, um Erkundungen über nutzbare Wasserquellen zu tätigen. Sowohl Brunnen als auch Wasserstellen sind vereinzelt vorhanden, allerdings ist das Wasser nicht genießbar. Zum einen ist Brunnenwasser meistens zu salzhaltig, da es aufgrund des fehlenden Regens zu konzentriert ist; zum anderen ist das Wasser in Wasserstellen durch den massiven Rückgang oft mit gefährlichen Keimen belastet, da auch Tiere diese Wasserstellen benutzen. Andere Teammitglieder kümmern sich zwischenzeitlich um kleine medizinische Hilfeleistungen, damit die Wartezeit nicht komplett verschwendet ist.

Wir alle hoffen, sowohl für die notleidende Bevölkerung, als auch für die Navis-Helfer vor Ort, dass die Kenianischen Behörden in Nairobi die Hilfslieferung bald freigeben.

 

Hilfe für Ostafrika 19.08.2011

Es gibt gute Neuigkeiten! Die gesamte Hilfslieferung wurde am gestrigen späten Abend vom Kenianischen Zoll freigegeben und konnte ins Land eingeführt werden. In dieser Woche forderten die Behörden täglich andere Dokumente und gaben dennoch die Fracht nicht frei. Nachdem am Abend die Verantwortlichen entschieden haben, dass die Hilfsgüter eingeführt werden dürfen, ging alles Schlag auf Schlag. Die Waren mussten zunächst mit mehreren kleinen Transportern zu einem Umschlagplatz verbracht werden. Aufgrund von Kundgebungen in Nairobi dauerte dieser Transport fast vier Stunden. Endlich dort angekommen, wurde auch gleich mit dem Umladen auf den angemieteten LKW begonnen. Dieser startete schließlich um ca. 5:00 Uhr Ortszeit mit der gesamten tonnenschweren Hilfslieferung nach Lagbogol.

In Wajir wurde diese Nachricht vom Navis-Einsatzteam mit Freude aufgenommen. Nachdem außer Erkundungen, kleiner medizinischer Behandlungen und Besichtigungen des örtlichen Krankenhauses nicht viel mehr getan werden konnte, wird es jetzt für das Team ernst. Die Navis-Helfer werden am Samstag früh nach Lagbogol aufbrechen. Dort erwarten sie schließlich den LKW, der die ersehnte Hilfslieferung bringt. Läuft alles nach Plan, können bis zum Wochenbeginn das Lazarett und die Wasseraufbereitungsanlagen in Betrieb genommen werden.