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Besuch in Haiti

In der letzten Vorstandssitzung von NAVIS e.V. ist unter anderem über das weitere Vorgehen zum Projekt Haiti entschieden worden. Mitte Oktober 2015 werden Kathrin und Walter Unger, die seit ca. einem Jahr das Schulprojekt in Léogâne betreuen, der Schule einen einwöchigen Besuch in Léogâne abstatten. Während dieses Besuches werden der Fortschritt der Reparaturarbeiten am Dach und den Böden der Schule begutachtet und die Rechnungen der Ausgaben kontrolliert. Sollte dies alles für korrekt befunden werden, so steht einer weiteren Unterstützung der Schule "Institution mixte le Christophien" von M. Bony Estinvil nichts mehr im Wege. Natürlich steht auch ein Besuch des Geländes, auf dem NAVIS e.V. 2010 sein Camp aufgebaut hatte, auf dem Programm. Einigen Mitgliedern von NAVIS e.V. ist es gelungen, die Telefonnummer von Albert, einem damaligen Dolmetscher, ausfindig zu machen. Nun besteht die Hoffnung, dass es die Gelegenheit gibt, auch ihn in Léogâne treffen zu können. M. Bony erwartet diesen Besuch schon sehnsüchtig und wird hat jegliche Unterstützung zugesagt. Die genauen Flugdaten von Kathrin und Walther Unger sind im Kalender hinterlegt.

11.10.2015
Kathrin und Walter Unger sind am Sonntag um 10:10 Uhr von München via Atlanta nach Port-au-Prince gestartet. Wir wünschen ihnen einen guten Flug und alles Gute für ihre Mission in Haiti.
Nach 10 Stunden Flug kamen die Beiden pünktlich in Atlanta an, die Einreiseformalitäten liefen ohne Komplikationen, somit stand dem Weiterflug nach Port-au-Prince nichts im Weg, wo unsere Helfer pünktlich um 20:00 landeten. Am Flughafen wurden sie von M. Bony erwartet und auch sofort in ein Hotel in dem 32 km entfernten Léogâne einquartiert, wo erst einmal Schlaf nachgeholt wurde.

12.10.2015
Unsere Helfer wurden um 09:00 Uhr von M. Bony abgeholt und es ging direkt in seine Schule "Institution mixte le Christophien" in Léogâne. Es gab ein Führung durch die Schule, welche nach französischen Prinzip aufgebaut ist, wobei die Aufnahme in die Schule schon mit 3 Jahren erfolgt. Da es keine staatliche Schule ist, aber keinerlei Schulgeld für die Kinder erhoben wird, ist dies eine ganz besondere Art der Schule. Hier werden die Kinder der Ärmsten unterrichtet, bekommen das Schulmaterial und die Uniformen gestellt und 3 Mal wöchentlich eine warme Mahlzeit. Momentan besuchen ca. 50 Kinder der Umgebung seine Schule.
Seit diesem Jahr wird auch ein körperbehindertes Kind unterrichtet, was M. Bony vor große Herausforderungen stellt.
Bevor Kathrin und Walter den Besuch beendeten, gab es noch einen kleinen Festakt, bei dem sich die Schüler und Lehrer bei NAVIS e.V. für die Unterstützung bedankten.
Der Eindruck in der Schule war für die beiden Kirchheimer überwältigend und zeigt, dass NAVIS e.V. in ein wirklich bedürftiges Projekt investiert. Auch M. Bony ist stets bereit, seine Unterlagen offen und ehrlich zu präsentieren. Deutlich zu sehen sind die Arbeiten, die er mit dem bereits erhaltenen Geld ausgeführt hat (neue Dächer, neue Fußböden in den Klassenzimmern).
Auf der Heimfahrt erkannte Walter das Gelände wieder, auf dem nach dem Erdbeben vor 5 Jahren das NAVIS e.V. Camp gestanden hat. Leider konnten unsere Mitglieder das Gelände nicht betreten, da dort inzwischen wieder der normale Collegebetrieb stattfindet.

13.10.2015
Kathrin und Walter waren den ganzen Tag unterwegs, um das ganze Umfeld der Schule zu besichtigen, und um einen kleinen Eindruck zu bekommen, was die Schule leistet und für was die Spendengelder benötigt werden. Nach deren Einschätzung leistet M. Bony damit besonders im sozialen Bereich große Dienste, denn die Kinder, die seine Schule besuchen, sind wirklich die Ärmsten der Armen. M. Bony bekam daraufhin von Kathrin und Walter mitgebrachtes Geld, wovon er sofort einkaufen ging, um den Schülern heute schon eine warme Mahlzeit servieren zu können. Durch die Übergabe des Geldes ist nun für eine gewisse Zeit die Nahrung der Kinder gesichert, ebenso wie die Gehälter der Lehrer, die ihren Job nun bestimmt noch motivierter erledigen.
Ein Problem, mit dem die Beiden zu kämpfen haben, ist der fehlende Strom. Erst nach Sonnenuntergang werden vor Ort die  Generatoren angemacht, um nicht im Dunkeln sitzen zu müssen. Diese Zeit müssen sie ausnutzen, um alle elektrischen Geräte zu laden. Tagsüber gibt es keinerlei Möglichkeiten, leer gewordene Geräte wieder fit zu bekommen.

14.10.2015
Heute besichtigt unser Team ein Gesundheitszentrums in Ca Ira, einem Stadtteil Léogans, in dem sich auch die Schule von M. Bony befindet. Dort arbeitet M. Bony, allerdings weiß keiner, wie lange noch, da dieses Zentrum bis vor kurzem noch von der Caritas gesponsert wurde. Jetzt hängt es in der Luft und einiges an Personal, wie Ärzte und Krankenschwestern, mussten schon entlassen werden. Sehr schade, da dieses Gesundheitszentrum für die Bevölkerung die einzige kostenfreie medizinische Anlaufstelle mit voller Ausstattung war. 
Unangemeldet wurde am Nachmittag nochmals die Schule von M. Bony besucht, dort befand sich noch ein Lehrer mit einigen Schülern, um Nachhilfe in Mathematik zu erteilen. Wirklich vorbildlich.
Am Abend besuchte die Besitzerin des Hotels unsere Leute. Da sie in der Gemeinde von Léogâne arbeitet, hat sie einen Überblick über die hier ansässigen Schulen. Sie macht es sich auch zur Aufgabe, die Schulen zu kontrollieren. Von ihr erfuhren wir auch über Bonys Schule und sie bestätigte uns, dass NAVIS e.V. in das richtige Projekt investiert, eben einem solchen, wovon die Kinder der Schule profitieren können. Sie werden in einer sauberen Umgebung unterrichtet und bekommen regelmäßig etwas zu Essen.
Walter drängte darauf, noch einen Versuch zu starten, das ehemalige Gelände des NAVIS e.V. Camps zu besuchen. Mit einiger Überredungskunst von Seiten Bonys ist es dem Team gelungen, dort Einlass zu bekommen. Die Bilder zeigen, wie das Gelände heute aussieht.

15.10.2015
Letzter Tag der Haiti-Mission. Zum Abschluss besuchten Kathirn und Walter noch einmal die Schule. Da sie heute nicht so ganz in offizieller Mission kamen, war die Stimmung etwas ausgelassener. Sie durften sich in jeder Klasse umsehen, bzw. den Unterricht mitverfolgen. Die Schüler lernen in der Schule erst die französische Sprache. So konnten Kathrin und Walter mitverfolgen, wie die Lehrerin des Kindergart
ens den 3-jährigen beigebracht hat, was Kopf, Schulter, Knie und Zeh heißt. Die Größeren mussten schon Schwierigeres vollbringen. In der obersten Klasse mussten Sätze in die Mehrzahl gesetzt werden, in einer mittleren Klasse wurde ein Diktat geschrieben. Zur Abwechslung gab es etwas Mathematik und für die Kleinen den Papierreißkurs.
Nachdem Kathrin und Walter den Schülern Rede und Antwort gestanden hatten, war die Stimmung ziemlich ausgelassen und locker. So mussten die beiden erzählen, wie sie heißen, wo sie herkommen, wie viele Kinder sie haben....
Zum krönenden Abschluss wurde gemeinsam mit den Kindern und Lehrern zu Mittag gegessen, die übliche Mahlzeit, bestehend aus Reis, Bohnen, Zwiebeln und Dörrfisch.
Auf der Heimfahrt kamen die beiden noch an einem Elektrizitätswerk vorbei, das 2012 von den Koreanern dort hingebaut worden war. Leider funktioniert es nicht mehr und es fühlt sich auch keiner dafür verantwortlich.
Ebenso kamen sie an dem Areal der Ärzte ohne Grenzen vorbei, denen sie einen Besuch abstatteten. Hierbei mussten sie leider erfahren, dass deren Mission mit nächster Woche beendet ist, was für Léogâne bedeutet, dass es keinerlei kostenfreie ärztliche Versorgung für die Bevölkerung mehr gibt.
Bony versicherte den beiden nochmals, dass das Geld, das er von NAVIS e.V. bekommen hat und in nächster Zeit bekommen soll, ausschließlich für seine Schule, bzw. die Kinder dort zur Verfügung steht.
Somit hat NAVIS e.V. nachweislich mit dieser Schule ein Projekt gefunden, das den Anforderungen entspricht, um die Ärmsten der Armen zu unterstützen.

17.10.2015
Kathrin und Walter landeten um 07:45 Uhr eine dreiviertel Stunde vor der planmäßigen Ankunft in München. Alles klappte prima und es gab keine Probleme. Sie wurden von einer kleinen Delegation NAVIS e.V. Mitglieder empfangen, anschließend wurde gemeinsam ein Weißwurst-Frühstück mit Smalltalk abgehalten. Das Haiti Team berichtete von ihren Erlebnissen und waren der Auffassung, dass wir in das richtige Projekt investieren. Schade war nur, dass sie auch nach mehrfachen Versuchen unseren ehemaligen Dolmetscher Albert nicht angetroffen haben.
Vielen Dank den Beiden für Ihre Arbeit.